Der FaMI – Ein unbekanntes Wesen in der Privatwirtschaft

Der FaMI – Ein unbekanntes Wesen in der Privatwirtschaft

Werkstattbericht von unserem Auszubildenden Tim Güntert

 

„FaMI“ – ein niedliches Wort für einen spannenden Beruf. Denn die Fachangestellten für Medien- und Informationsdiente leisten wichtige Arbeit in Archiven, Bibliotheken sowie weiteren Einrichtungen der Medien- und Datenverarbeitung. Sie erfüllen einen wesentlichen Beitrag zur Erschließung, Erfassung und Bereitstellung von Daten und sind zusätzlich mit der Benutzerbetreuung befasst. Erstaunlich ist, dass diese Fachkräfte außerhalb öffentlicher Einrichtungen praktisch nicht zum Einsatz kommen. Warum eigentlich? Das Know-how lässt sich auch über Bibliotheken und staatliche Archive hinaus anwenden, ganz konkret für Unternehmensarchive. Neben Historikern und Archivaren gibt es hier auch Platz für die praxisnahen FaMIs.

Selten in der Privatwirtschaft

Als Ausbildungsbetrieb für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste betritt die Geschichtsagentur H&C Stader Neuland: zum einen, weil FaMIs im privatwirtschaftlichen Bereich bislang äußerst selten ausgebildet werden. So bin ich in meiner Berufsschulklasse mit 30 Leuten der einzige Auszubildende aus einem privatwirtschaftlichen Unternehmen.  Und zum anderen, weil die Geschichtsagentur H&C Stader auch FaMIs in ihr Archiv-Expertenteam integriert.


„Ich bin in meiner Berufsschulklasse mit 30 Leuten der einzige aus einem privatwirtschaftlichen Unternehmen.“

Der Weg zum FaMI

Im Verlauf meiner Werkstudentenzeit bei H&C Stader wurde mir die Möglichkeit geboten, nach Abschluss meines Geschichtsstudiums an der Universität Mannheim eine Ausbildung zum FaMI mit der Fachrichtung Archiv im Unternehmen anzutreten. Seit meinem Eintritt bei der H&C Stader GmbH im Januar 2017 ist ein stetiges Wachstum des Arbeitsbereichs Archiv im Unternehmen zu beobachten. Zunehmend wird den Wirtschaftsunternehmen die Wichtigkeit und der Nutzen eines eigenen Archivs bewusst: Das Archiv eignet sich nicht nur für das Marketing, sondern bereichert die interne und externe Kommunikation und macht im Unternehmensalltag wichtige Unterlagen zugänglich, wie Urkunden und Verträge, Bildmaterial, Aufzeichnungen über Beteiligungen und Geschäftskontakte.

Mit der Ausbildung in einem wachsenden Geschäftszweig bei H&C Stader bin ich der festen Überzeugung, dass der ungewöhnliche Schritt vom Studenten zum Auszubildenden erfolgsversprechend sein kann.

Aufbau der Ausbildung und Aufgabengebiet

In einem regelmäßigen Turnus ist die Ausbildung zum FaMI unterteilt in praxisbezogener Arbeit im Betrieb und Unterricht in der Berufsschule. Die Berufsschule der FaMIs aus dem südwestdeutschen Raum liegt in Calw. Aufgrund ihrer dezentralen Lage findet der Berufsschulunterricht in Blockveranstaltungen statt. Im Wesentlichen kommt der Berufsschule dabei die Aufgabe zu, vertiefend die Aufgabengebiete der FaMIs zu behandeln, damit diese daraufhin im Betrieb die erlernte Theorie in der Praxis anwenden können.

Die mir gestellten Aufgaben bei H&C Stader setzen sich aus der Mitarbeit an diversen Archivierungsprojekten sowie der Betreuung eines Jubiläumsprojekts zusammen. Die Archivprojekte unterscheiden sich in ihrer Aufgabenstellung erheblich voneinander. Während ein Projekt Digitalisierung sowie Verzeichnung eines großen Bildbestandes als Anforderung beinhaltet, geht es bei einem anderen Projekt um die digitale Langzeitarchivierung.

Im Laufe meiner zweijährigen Ausbildung wird sich mein Aufgabenfeld stetig erweitern und ich werde Einblicke in alle Bereiche unseres Unternehmens erhalten, wie beispielsweise in die Projektarbeit und Kundenbetreuung.

Ich bin sehr gespannt, wie sich meine Zukunft als FaMI für die Projektarbeit gestaltet und welche Unternehmen ich künftig mit meiner Expertise unterstützen kann.

 

Mehr Informationen zum Thema Unternehmensarchiv und History Marketing finden Sie hier.